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  • Leonie Wiedmer

Youth Olympic Games

Ein wunderbares und unvergessliches Erlebnis!

Hier kannst du erfahren wie ich die Olympischen Jugendspiele erlebt habe und wie alles funktioniert hat.


Athletendorf Vortex

Dass der Vortex ein ganz spezielles Gebäude ist, wusste ich. Trotzdem war es ein beeindruckender Moment, als wir im Athleten Dorf eintrafen. Das Gebäude war riesig, überall hingen die Flaggen der teilnehmenden Länder und in der Mitte des Platzes befand sich das Yodli-Kaffee. Natürlich wollten wir direkt zu Beginn auf das Dach gehen, um alles von oben überblicken zu können. Durch die runde Konstruktion empfand ich ein Gefühl des Zusammenhalts, zwischen den Ländern aber auch zwischen den Sportarten. Nach dem Abendessen traf sich unser Team immer auf eine heisse Schoggi im Yodli- Kaffee. Dort war man nie allein. Viele Athleten und Trainer liessen dort den Tag ausklingen. Man hatte genügend Möglichkeiten Spiele zu spielen, etwas zu trinken, Musik zu hören, sich mit anderen Athleten zu unterhalten oder, ganz wichtig, Pins zu tauschen. Jedes Land hatte seine eigenen Pins und diese wurden fleissig getauscht.


Erster Eindruck der Strecke / Training

Am Freitag war bereits unser erstes Training. Da bei der Organisation des ganzen Events stark auf die Nachhaltigkeit und die Ökologie geachtet wurde, war der Plan, dass wir jeweils mit dem Zug an unsere Wettkämpfe anreisen. Dass eine 2 stündige Anreise nicht optimal ist war mir klar, doch zum Glück bin ich es gewöhnt Zug zu fahren und hatte somit keine Probleme. Da am Freitag aber eine Klima Demonstration mit Greta Thunberg angekündigt wurde, musste umgedacht werden und alle Athleten wurden mit dem Car nach Villars gebracht. Ich war bei der Besichtigung sehr nervös und unsicher. Aufgrund des Nebels wurde nach der ersten Fahrt das Training abgebrochen. Zum Glück war am Samstag keine Demo mehr, so dass wir den Zug benützen konnten und auch das Wetter war gut. Dank dem frischen Schnee war die Piste weich und angenehm zu fahren. So hatte ich eine optimale Vorbereitung für das Rennen am Montag.

Am Sonntag war Erholung und Ablenkung angesagt. Wir nutzten die verschiedenen Angebote, die den Athleten im Vortex zur Verfügung standen. Ich war dankbar für die Abwechslung.


Rennen Montag / Sturz

Endlich war es soweit. Während der 2 stündigen Zugfahrt, bei der wir unser Frühstück assen, war ich sichtlich nervös. Nach der Trainingsfahrt wurde ich langsam ruhiger und fokussierter. Meinen ersten Lauf konnte ich für mich entscheiden. Ich war sehr erleichtert und freute mich auf die weiteren Heats. Jedoch stürzte ich auf der Startgerade in meinem zweiten Lauf. Trotzdem konnte ich auch diesen gewinnen. Bei den weiteren 3 Heats wurde ich jeweils 2. Somit qualifizierte ich mich für den Halbfinal. Im Halbfinal hatte ich Schwierigkeiten mit der Startgerade und verpasste deswegen knapp die Qualifikation für den grossen Final. Nun musste ich mich nochmals zusammenraffen und den kleinen Final fahren. Mein Finallauf verlief super und ich konnte das Rennen gewinnen, was im Schlussklassement der 5. Platz bedeutete. Da ich seit dem Sturz im 2. Lauf Schmerzen in meiner linken Hand verspürte, musste ich zur Sicherheit am Abend röntgen gehen. Nach einer halben Ewigkeit, die ich im Kinder Spital Lausanne mit warten verbracht habe, bekam ich die Diagnose. Eine Radius Fraktur der Speiche und die Handwurzel war gebrochen.


Teamevent Sicht als Zuschauer

Aus gesundheitlichen Gründen war es mir nicht möglich am Team Event teilzunehmen. Trotzdem reiste ich am nächsten Tag schon am Morgen mit meinem Team an. Viele Schulklassen und Zuschauer versammelten sich am Rande des Kurses um das Rennen live mitzuverfolgen. Ich unterstützte mein Team vom Startgelände aus. Ich war enttäuscht, dass ich nicht selbst mitfahren konnte. Denn das Format aus Ski- und Snowboardcross in einem Team war sehr interessant und spannend anzusehen.


Letzter Tag / Schlussfeier

Am Mittwoch war unser letzter Tag. Den verbrachten wir mit Physiotherapie und ein wenig Sport. Am Nachmittag konnten wir das Finalspiel im Eishockey zwischen Russland und den USA schauen. Danach machten wir uns schon bereit für die Schlusszeremonie. Es war eindrücklich so viele Athleten und Zuschauer auf einem Platz versammelt zu sehen. Die Zeremonie wurde kurzgehalten. Anschliessend verbrachten wir den Abend an der Abschlussparty, die extra und ausschliesslich für die Teilnehmer organisiert wurde. Auf dem Rückweg und im Village tauschten viele ihre Kleider. Wir alle konnten es kaum glauben, dass diese Woche so schnell vorbei war. Es war eine intensive, spannende und abwechslungsreiche Zeit, bei der wir vieles über den Sport und uns selbst gelernt haben. Die Kontakte, die wir in dieser Zeit geknüpft haben, werden wir so schnell nicht vergessen und sicherlich auch in Zukunft weiterhin nützen können.

Alles in allem war es eine wunderbare Zeit, mit Höhen und auch Tiefen, und ich bin zuversichtlich, dass ich vieles für meinen weiteren Weg mitnehmen kann und vielleicht werde ich ja schon bald wieder die Möglichkeit dazu haben, an einem Gross-Anlass mitzufahren. Sicher ist aber, dass ich meinem Traumziel Olympia ein ganzes Stück nähergekommen bin.

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